Ausstellungen im Schloss

Im inneren Westflügel des Schlosses zeigen das Museum Bad Arolsen und der Museumsverein wechselnde Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte, zur aktuellen Kunst und zur Fotografie.
Das dreiflügelige, einen doppelten Hof weiträumig umschließende Residenzschloss, das Fürst Friedrich Anton Ulrich durch seinen Baumeister Julius Ludwig Rothweil planen ließ, orientierte sich an den modernsten Bauten der Zeit. Es sollte als ein barockes "Prachtgebäude" mit seinem Schmuck der Fassaden und der Dekoration seiner Innenräume die Ansprüche auf den erblichen Fürstentitel unterstreichen und den Ruhm des Hauses Waldeck verkünden.
Die Stiftung des Fürstlichen Hauses Waldeck und Pyrmont bietet durch die historisch ausgestatteten Räume des Corps de Logis Führungen an.
Im Westflügel befindet sich die Hofbibliothek, die Bibliothek Brehm und das Museum Bad Arolsen mit den Ausstellungen im Schloss.

Öffnungszeiten

Ausstellung im Schloss  

Geöffnet: Mi.-Sa. 14.30 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr

Adresse

Schlossstraße 27, Bad Arolsen

2022

Samuel Salcedo - schließe die Augen, um zu sehen - Skulptur und Installation

19. Juni bis 18. September 2022.

Samuel Salcedo (geb. 1975) ist ein international anerkannter Bildhauer. Er wurde in Barcelona geboren. Salcedo studierte an den Kunstakademien in Barcelona und Manchester. Erlebt und arbeitet in Barcelona. Sein vielfältiges und umfangreiches Werk konnte er in zahlreichen Ausstellungen in Europa und den USA präsentieren. Das Projekt in Bad Arolsen ist seine erste Museumsausstellung in Deutschland.

Samuel Salcedo breitet seinen skulpturalen Kosmos in der Mitte der barocken Stadtanlage des ehemaligen Fürstentums Waldeck und Pyrmont aus. Seine Kopfskulpturen, die er mit geschlossenen Augen und mimischer Vielfalt gestaltet, wurden den klassizistischen Skulpturen der Goethezeit im Christian Daniel Rauch-Museum hinzugefügt. Andere bespielen den Raum zwischen dem Gebäude des ehemaligen Marstalls und der barocken Dreiflügelanlage im Grünen, im relikthaften Schlossgraben zu beiden Seiten der Brücke, im Hof des Schlosses und schließlich die Räume des Schlosses selbst. Im Spannungsfeld von Geschichte, Natur, Kunst und Künstlichkeit zeigt sich in Material, Motiv und Maßstab eine enorme Vielfalt, die vielschichtig und vieldeutig aufeinander Bezug nimmt.

Zu Interventionen im Christian Daniel Rauch-Museum werden zeitgenössische Künstler verschiedener Kunstgattungen seit 2012 eingeladen. Die Prämisse des Gewinns von Erkenntnissen und der Erweiterung ästhetischer Erfahrungen ist auch der Intervention Samuel Salcedos zu Eigen. Seine Inszenierung mit den beiden hoch aufgesockelten Watchtowers ist irritierend. Sie durchkreuzen die vorgegebene Ordnung aus einem anderen und unerwarteten Zusammenhang und überbrücken die Zeit.  

Die Auseinandersetzung mit der barocken Gestaltung des Außenraums, der Architektur und der Räume führt er als Dialog. Supraporten, Deckengemälde, Holzvertäfelungen dienen ihm als Folie. Der Künstler nutzt das historisch Vorgegebene des Ortes ungezwungen als Überschreibungsfläche. So werden die Räume mit veränderten Wirklichkeitsbezügen aufgeladen, die der Weltsicht des 21. Jahrhunderts entsprechen. Es entstehen vielfältige Verschiebungen. Sowohl als Einzelbild, als Installation und als Sequenz eines Zyklus lesbar, bieten die Arbeiten ein Vexierspiel von Fläche und Raum, Kunst und Funktionalität, von Raum und Zeit, von Ursprüngen und möglichen Zielen. Die Sinne bewegen und beleben, aber ebenso überwältigen; diese barocken Prämissen scheinen auch in den verführenden Farb- und Formillusionen der künstlerischen Arbeit von Samuel Salcedo wirksam.

Die Spuren des skulpturalen Entstehungsprozesses sind Spuren von Wissen und Emotion, von Erfahrung und Reflexion – eindrückliche Zeugnisse einer humanitären Position, von der aus das Problem der Bestimmung des Menschen, der Existenz des Individuums als soziales Wesen zur Anschauung gebracht werden kann.

Die Skulpturen weisen hin auf die durch Ambivalenzen bestimmte Existenz des Menschen. Anrührend, behutsam, verletzlich, humorvoll erscheinen sie und beziehen Gegenposition, entwickeln im Dialog oder im Diskurs mit der barocken Bilderwelt ihre eigene Macht.

Ausstellungen im Schloss

Museum Bad Arolsen und Museumsverein

Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr. Information 05691 / 625734

 

Friedrich Seidenstücker

Leben in der Stadt 

5. März bis 8. Mai 2022

Friedrich Seidenstücker (1882-1966) zählt zu den bedeutenden Chronisten des Alltagslebens im Berlin der Weimarer Republik. Noch während seines Ingenieurs- und Bildhauereistudiums in Berlin beginnt Seidenstücker im Zoo zu fotografieren. Um 1923 erhält er vom Zoologischen Garten Berlin eine offizielle Fotografiererlaubnis und entscheidet sich für die Lichtbildkunst als Lebensunterhalt. Eine kleine Patent- Etui-Kamera für das Negativformat 9 × 12 cm ermöglicht ihm unauffälliges Fotografieren und so macht er schon bald auch die ersten Aufnahmen außerhalb des Zoos auf den Berliner Straßen. Seine Aufnahmen bietet er den Berliner Verlagen Scherl und Ullstein an und erhält 1930 vom Ullstein-Verlag als freier Bildjournalist ein Engagement.

Seine atmosphärischen Fotografien, meist entstanden auf seinen Streifzügen durch die Stadt, erzählen von scheinbar beiläufigen Ereignissen und Begebenheiten, vom Sonntagsvergnügen und vom Arbeitsalltag, von Kinderspielen auf der Straße und vom Treiben auf Bahnhöfen und im Zoo. Seidenstücker zeigt, häufig mit humoristischem Blick, die Menschen und das Leben in der Metropole. Seine Aufnahmen machen zugleich die Härten der Großstadtexistenz sichtbar und lassen im Hintergrund immer wieder auch die Gegensätze der sozialen Realität in den Zwischenkriegsjahren durchscheinen.

Die Ausstellung mit 100 Werken aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, lädt dazu ein, Friedrich Seidenstücker auf seinen Spaziergängen durch das Berlin vor 100 Jahren zu folgen. Es ist aufmerksamen Historikern, Sammlern und Archivaren zu verdanken, dass Seidenstückers Aufnahmen bis in die letzten Jahrzehnte hinein gesichert wurden und heute wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Die Kunst des Augenblicks

Bis auf wenige Ausnahmen findet der „Momentknipser“, wie er sich selbst bezeichnete, seine Motive auf der Straße. Seine berühmt gewordenen Aufnahmen der „Pfützenspringerinnen“ respektieren als Bildmetaphern die großstädtische Moderne und urbanes Leben. Mit handlicher Kamera und lichtempfindlichem Objektiv dokumentiert er instinktsicher noch viele weitere Szenen und Gestalten  - darunter Kleingewerbler, wie Kofferträger, Kutscher und fliegende Händler, Kindermädchen, Müllarbeiter und Zeitungsverkäuferinnen – bei ihrem täglichen Tun und Handeln, aber auch beim Warten oder Ausruhen.

„Ich bin ein Ausflugsmensch“

So charakterisiert sich Seidenstücker selbst und macht sich auf, seine Bildmodelle an den Wannseestrand oder zur Kirschblüte nach Werder zu begleiten. Sein Lieblingsort ist jedoch der Zoologische Garten. In seinen hier entstandenen Aufnahmen wird nicht nur die Begeisterung der Tiergartenbesucher sichtbar – manchmal scheinen Betrachter und Betrachtete ihre Rollen zu vertauschen: Ob die Tiere sich wohl auch für die Menschen interessieren?

Seidenstückers Fotografien aus den 1920er bis 1940er Jahren sind Bilder des Alltags, frühe Street Photography, die mit zugewandtem Blick und feinem Gespür die Menschen im sozialen Gefüge der modernen Gesellschaft dokumentiert. Mit einem Augenzwinkern vermitteln sie uns heute eine Vorstellung von den Härten und der Mühsal, aber auch von den Sehnsüchten, den kleinen Ablenkungen und den Vergnügungen des Lebens in der Stadt.

Seidenstücker veröffentlicht seine Fotografien von Tieren und Menschen als kommentierte Einzelbilder, Bildcollagen oder Bildstrecken in zahlreichen illustrierten Zeitungen und Magazinen. Bis in die 1950er Jahre bedient er Anfragen für Veröffentlichungen aus seinem Archiv. An seine publizistischen Erfolge der späten 1920er und 1930er Jahre kann er nach dem Krieg jedoch nicht wieder anknüpfen, nach seinem Tod 1966 gerät sein Werk in Vergessenheit.

 

Friedrich Seidenstücker

Leben in der Stadt 

5. März bis 8. Mai 2022

Ausstellungen im Schloss

Museum Bad Arolsen und Museumsverein

Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.30 Uhr. Information 05691 / 625734

 

2021

Sammlung Schupmann
Fotografie in Westdeutschland

2019

Gesammelt verborgen - Die kulturgeschichtlichen Sammlungen in Arolsen
300 Jahre Arolsen 1719-2019

Ansichten von Arolse(r)n
Zeichnungen, Gemälde, Fotografie
300 Jahre Arolsen 1719-2019

2018

Johann Rosenboom
Un segno per Monte Sole

Wilhelm von Kaulbach – Goethes Reineke Fuchs
Die Sammlung Friedrich von Fuchs

2017

Günther Blau (1922-2007)
Stille Welt

Friedrich August von Kaulbach (1850–1920)
als Zeichner

2016

Laura J. Padgett / Martina Wolf
Reise nach Arglosen
made for arolsen

Otmar Alt
Muse küsst Kunst

2015

Igor Oleinikov
Farbe beißt Graphit

Erich Klahn [1901 – 1978]
Ulenspiegel

2014

Robert Polidori
Spuren der Zeit. Fotografie

Barbara Beisinghoff
Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume.
Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen

2013

Blütenzauber - Fotografien und Installationen internationaler Künstler
Bill Beckley, Ottmar Hörl, Peter Hutchinson, Sandra Kantanen, Marie-Jo Lafontaine, Renate Olbrich, Annette Schröter , Erasmus Schröter, Luzia Simons, Ingolf Timpner, Marjukka Vainio

Von Anfang an
25 Jahre Ausstellungen im Schloss
Ausstellung zum 25jährigen Jubiläum des Museumsvereins

Susanna Taras
Bezaubernde Blüten
Reliefs, Wandbilder, Collagen und Installationen

2012

Skulpturen
Jaume Plensa. Laura Ford. David Nash. Masayuki Koorida.

Dana Gluckstein
Dignity - Die Würde des Menschen
Fotografien

2011

Pablo Picasso
Malerbücher aus dem Kabinett
der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Hanna Nitsch
„der kurz andauernde Genuss der Erdbeere”
Zeichnungen und Installationen

2010

Magum's first - Gesicht der Zeit

Ostmenschen - Westmenschen
Dieter Demme - Pitze Eckart
Fotografien 1970 - 1990

Anitke(s) Leben
Simulation eines Ideals in Hofbibliothek und Kunstsammlungen
der Fürsten von Waldeck und Pyrmont

2009

Anitke(s) Leben
Simulation eines Ideals in Hofbibliothek und Kunstsammlungen
der Fürsten von Waldeck und Pyrmont

2008

Emma Königin der Niederlande - Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont - Zum 150. Geburtstag

Toni Schneiders - Fotografien - Retrospektive aus dem Nachlass des Künstlers

2007

Druet sieht Rodin - Photographie und Skulptur

Otto Fischer - Skulpturen und Zeichnungen

Sun-Rae Kim - Seerosen - Hommage á Monet - Skulpturen und Installationen

2006

Francisco de Goya
Gezeichnete Leidenschaft - Die Radierzyklen

Andreas Kopp
Kontinentalverschiebung, Bilder und Installationen

2005

Dieter Schwerdtle
"Ich und die anderen"
Porträts von Künstlern und anderen Menschen - Fotografien

Die Schlösser der gepriesenen Insel: Gerhard Bätz und Manfred Kiedorfs große Welt - Architekturen und Szenen en miniature

2004

Georg Müller vom Siel (1865 - 1939)
Landschaften, Gemälde und Graphik

Licht und Schatten, Fotografien von Weegee, The Famous

Emila Medokvá
Surreale Sujets der tschechischen Fotografin
Ingolf Timpner
Unzeitgemäße Betrachtungen, Photoarbeiten

2003

Dorothee von Windheim
arboretum

Kinderwelten der Malerdynastie Kaulbach

Zwiesprache
Porträts aus der Photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie

2002

Andreas Feininger
America Yesterday

Ludwig Knaus der Zeichner

Karikatur und Propaganda
Englische Bildsatire um 1800 aus der Fürstlich Waldeckischen Hofbibliothek

2001

Wilhelm von Kaulbach als Zeichner

True Fictions. Inszenierte Fotokunst der 1990er Jahre

Moritz Götze

2000

Michael Triegel

Dürer
Himmel und Erde, Gottes- und Menschenbild in der Druckgraphik

Lichtseiten. Die schönsten Bilder aus der Photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie

1999

Friedrich Wilhelm Maul. Ein Porträtist des Biedermeier in Waldeck

Hartwig Hamer, Gerhard Kettner, Werner Stötzer

Ansichten vom Künstler. Fotografische Porträts seit 1945

1998

made in Arolsen. Zwischen höfischem Handwerk und Industriedesign. Hewi und die Kaulbachs

Albrecht Dürer
Die Kunst aus der Natur zu "reyssenn"

Fotografie in Deutschland nach 1945. Die Sammlung Schupmann

1997

made for Arolsen. Ulrike Rosenbach, Heather Sheehan, Annette Munk

Floris M. Neusüss

Sammlung Christa und Gerhard Wolf

1996

Ferenc Berko, Retrospektive. Stephan Reusse

William Hogarth. Der Kupferstich als moralische Schaubühne

ver-rückt. Brian Tolle, Josiah McElheny, Matthew Ritchie, Toland Grinell, Alexander Ku, Adam Licht, Timothy Binkley

1995

Lucia Moholy, Bauhausfotografin

Quintessenz, Installationen Tony Clark, Seet van Hout, Michael v. Kaler, Jon Shelton, Ivo Ringe

Fotoinszenierungen, Sandy Skoglund, Arthur Tress

1994

Frank Rödel

Kleinplastiken des 19. Jh. aus der Sammlung der Nationalgalerie Berlin

Eva Witter und Harald Mante, Bildräume, Europäische Schlösser

1993

Horst Janssen

Barbara Klemm
Der Osten Europas
Robert Lebeck
Fotoreportagen

Angela Hampel
Ein Künstlerin aus Dresden

1992

made for Arolsen. Skulpturen und Projektionen. Larry Bell, Damien Hirst, Jeff Koons, Hanno Otten, Nicola Torke, Gerard Williams

indessen will es glänzen. Arolsen eine barocke Residenz

1991

Mechthild Kalisky
Skulpturen und Installationen

Neun Künstler aus Dresden

1990

Noumenon. Ingeborg zu Schleswig-Holstein

Horst Janssen 1970 – 1990

Weitere Häuser des Museums Bad Arolsen